Persönliche Meinungen eines Experten für Umwelt-Informatik (siehe auch www.eenergie.net/wiki)

Im neuen Zuhause

Ulrich Schaaf  October 12 2015 20:17:37
Wir sind also tatsächlich umgezogen in unser neues altes Haus. Perfekt ist noch nicht alles, aber die Grundbedürfnisse sind gedeckt,
  • eine warme Wohnung für die jetzt beginnende kalte Jahreszeit,
  • Bad und Sanitärräume,
  • Schlafräume,
  • eine Küche und eine Stube (so nannte man den Hauptwohnraum im Bauernhaus)

Wir haben jetzt auch Platz für Gäste und freuen uns auf Besuch! Hier zwei Bilder von den unterschiedlichen Wohnräumen, die Stube mit den kleinen Fenstern in tiefen Laibungen und die Diele, den ehemaligen Erschließungsgang, den wir für Natur und Licht geöffnet haben. Uns gefällt diese Kombination aus Alt und Neu!

Image:Im neuen Zuhause

Image:Im neuen Zuhause

Baufortschritt

Ulrich Schaaf  August 9 2015 12:43:37
Diele (früher Eingang) wurde nach Süden geöffnet. Oben wird es eine Galerie geben.
Rechts sieht man die Wandheizung. Derzeit werden die Wände geputzt.

Image:Baufortschritt

Stube (wie früher) mit dem restaurierten Boden. Innendämmung macht die Laibungen noch tiefer.
Durchgang zur Küche wurde geöffnet. Neuer Boden in Küche und Diele. (Bretterschleifen ist Sklavenarbeit!)

Image:Baufortschritt

Früher Stall heute Badezimmer mit restauriertem Ziegelgewölbe (Kappendecke)

Image:Baufortschritt

NSA, BND: Lauschen ist dumm

Ulrich Schaaf  July 8 2015 11:40:59
Hubert Wetzel schreibt in der Süddeutschen (LINK):

"Amerikas Lauscherei ist nicht nur unfair, sondern auch noch dumm"

Image:NSA, BND: Lauschen ist dumm

Seine Argumentation:

Der Nutzen der Überwachung steht in keinem Verhältnis zum entstandenen Schaden. Genau das habe ich in meinem Blog-Beitrag vom 25.06.2013 auch geschrieben: "Wie dumm muss man sein, hunderte Millionen Dollar auszugeben für die totale Internet-Überwachung?" (LINK)

Hier ist der Hubert Wetzels Artikel:

Image:NSA, BND: Lauschen ist dumm

Unser Bauprojekt

Ulrich Schaaf  June 6 2015 11:15:14
Unser Anwesen, Berkmühle 3 in Seeg, das wir im letzten Jahr erworben haben, steckt jetzt in der Umbauphase. Letztes Jahr gab es die Sicherungsphase.

Es ist ein schönes Projekt, das uns fordert. Hier Bilder vom Stand der Umbauphase:

Südseite mit neuem Fensterelement

Image:Unser Bauprojekt

Nord-Ostseite mit neuem Zugang

Image:Unser Bauprojekt

Ostseite mit neu gepflanzter Feldhecke

Image:Unser Bauprojekt

Energiekongress - wie weiter?

Ulrich Schaaf  March 30 2015 12:22:57
"Energieversorger wagen Öffentlichkeit"

Unter diesem Titel habe ich als Teilnehmer des Energiekongresses 2015 in Augsburg im Forum Energie & Umwelt einen ersten Bericht verfasst. (LINK)


Image:Energiekongress - wie weiter?
Dieses Bild stammt aus der Veröffentlichung der Veranstaltung in Facebook (LINK).

Das war schon glamourös im Goldenen Saal der Stadt Augsburg, mit Fernsehmoderatorin, Beteiligungsexperten und eloquenten Zukunftsforschern als 'Keynote-Speakers'. (LINK)
Hintergrund ist die geplante Fusion der lokalen Energieversorger egs (Erdgas Schwaben) und SWA (Stadtwerke Augsburg). (Siehe LINK) Sie wollten die interessierte Öffentlichkeit in die Erarbeitung eines Leitbilds für das neue Unternehmen einbeziehen.

Die Meinungen wurden nach der Methode des World-Café (LINK) an ca. 15 Arbeitstischen erhoben. Das Konzept der Veranstaltung stammt von 'team m&m politische Kommunikation' (LINK)

Großes Lob dafür!


An allen Arbeitstischen gab es das große Thema INFORMATION. Wie kann man die Bürgergesellschaft so mitnehmen, dass die Energiewende vorankommt?
Der Kongress selbst ist eine Antwort darauf. Allerdings nur eingeschränkt! So eine aufwändige Veranstaltung kann man vielleicht einmal in 10 Jahren machen, für die laufende Kommunikation braucht man sicher ein anderes Format.

Wir brauchen keinen zentral gesteuerten Informationsprozess, weder von Behörden- noch von Unternehmensseite! Solche Prozesse werden über kurz oder lang bürokratisiert. Ich plädiere deshalb für viele unabhängige lokal oder thematisch orientierte Inititativen.

Es wäre schön, wenn sich die Energieversorger mit lokalem Hintergrund entschließen könnten, eine solche Strategie zu unterstützen.

Stromkonzession in Füssen, meine Meinung

Ulrich Schaaf  February 23 2015 13:45:08
Ich beschäftige mich jetzt seit 2 Jahren mit dem Thema, habe viele Artikel gelesen und Gespräche geführt. (Siehe Dokumentation LINK)

Jetzt ist eine Meinungsäußerung angesagt, ganz persönlich und möglichst klar!

Image:Stromkonzession in Füssen, meine Meinung
"Das Verteilnetz ist das Rückgrat der Energiewende vor Ort."


Ich bin insgesamt enttäuscht, wie wenig die Bedeutung des Themas erkannt wird! Im Landkreis Ostallgäu werden jedes Jahr 450 Millionen Euro, fast eine halbe Milliarde für Energie ausgegeben; der Großteil des Geldes fließt nach außen ab. (LINK zum Vortrag Johannes Fischer).

Eine Hammerzahl!
Man stelle sich vor, 25% davon bleiben mehr im Landkreis hängen: Wieviele Handwerker von 110 Millionen im Jahr leben könnten!

Enttäuschend finde ich auch, wie das Thema von der Stadt Füssen behandelt wird: Man weiß jetzt, dass die anderen Gemeinden, die am Netz hängen von der Füssener Entscheidung mit betroffen sind. Sollte das Filetstück des Netzes wegbrechen, dann MUSS der Service für die Umlandgemeinden schlechter werden! Die Füssener Verwaltung sollte die Umlandgemeinden zumindest informieren! Von unseren Bundespolitikern erwarten wir ja auch, dass sie sich mit anderen europäischen Ländern abstimmen!

Was ich mir für das Allgäuer Land wünschen würde:


Liebe Füssener KollegInnen, Ihr seid natürlich autonom in Eurer Entscheidung! Vielleicht könntet Ihr Euch aber folgenden Anregungen anschließen:
  • Eine Entscheidung von größter Tragweite sollte vielleicht nicht über's Knie gebrochen werden.
    Wie wäre es, wenn man den derzeitigen Netzbetreiber, der ganz unbestreitbare Stärken bei der Netzbetreuung hat, weitere 5 Jahre beauftragt - oder auch etwas länger.
  • In der kürzeren Laufzeit kann man eine Entscheidung dann für das ganze Teilnetz vorbereiten,
    > durch Angleichung der Laufzeiten der Verträge der Umlandgemeinden
    > durch eine intensive technische Erörterung der Netzzukunft, insb. auch im Hinblick auf die wechselnde Einspeisung von erneuerbaren Energien
    > durch eine eine Erörterung wie man das Stromnetz organisatorisch betreiben will, um z.B. die Integration von Wärme und Strom zu fördern

Die Veranstaltung Zukunft Stromnetz Allgäuer Land in Seeg hat hoffentlich eine gute Grundlage für sachliche Erörterungen gelegt (LINK).

Für die Zukunft der Region wäre diese Anstrengung sicher wertvoll!


gez. U. Schaaf
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Links zu verwandten Themen
Zukunft Stromnetz Allgäuer Land: Informationsveranstaltung mit einem neutralen Fachmann
Reaktionen: Wie die Veranstaltung ankam
Informationen über Stromnetze: Ein Übersichtsdokument
Plädoyer für eine regionale Energieversorgung: Wertschöpfung bleibt im Lande






Stromtrassen: nein-danke?

Ulrich Schaaf  November 6 2014 14:07:56
Martin Ferbers Kommentar in der Allgäuer Zeitung vom 05.11.14

Zwischen Pest und Cholera


macht sich die Argumentation der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur zu eigen.

Seehoffer "koppelt sich ab und riskiert damit die Zerschlagung und Zweiteilung des bislang einheitlichen deutschen Strommarktes. Das aber hätte zur Folge dass im Süden und Südwesten der Strom um bis zu 30 Prozent teurer wird, in Nord- und Ostdeutschland dagegen deutlich billiger"

Das ist die Drohung, mit der Herr Gabriel die Stromtrassen durchkriegen will. Weitere Argumente für die Trasse in der Welt vom 06.02.14 LINK
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Image:Stromtrassen: nein-danke? Natürlich muss die Situation realistisch betrachtet werden!
  • Bayern hat einen Atomstrom-Anteil von 47%
  • bis 2022 sollen die Atomkraftwerke stillgelegt sein
  • im Norden gibt es einen Wind- und Kohlestrom-Überschuss
  • der Ersatz des Atomstroms durch Gaskraftwerke ist wohl teurer als der Stromtransport durch die großen Stromleitungen

Ich habe trotzdem bei der Bürgerinitiative "Megatrasse - Lech" unterschrieben.

Deren Argumente scheinen mir plausibel:
  • Änderungen am Stromnetz werden nicht pauschal abgelehnt, insb. die Thüringer Strombrücke, die einen kritischen Engpass im deutschen Stromnetz darstellt.
  • Der Vorrang regionaler und dezentraler Energieerzeugung wird durch die großen Trassen verhindert.
  • Das grundsätzliche Misstrauen gegenüber den Institutionen, die den Netzentwicklungsplan gemacht haben teile ich. Es geht auch ne Nummer kleiner!

Und obwohl ich nicht zur Stamm-
wählerschaft von Herrn Seehofer gehöre, finde ich die Politik der bayerischen Staatsregierung richtig.


Die Diskussion mit den Bürgern muss stattfinden und die Fachleute müssen bessere Argumente liefern.
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Links zu verwandten Themen
Populismus pur: Herr Seehofer vor der Kommunalwahl in Bayern
Energiewende von unten: Mein Programm als Energiebeauftragter von Seeg
Plädoyer für eine regionale Energieversorgung: Wertschöpfung bleibt im Lande
Regionale Energiekonzepte: Der Bund kann auch anders!



 

Kundenfreundlichkeit der Bahn

Ulrich Schaaf  September 27 2014 20:35:10
Am 17.09. sind wir mit der Bahn von Seeg nach Füssen gefahren. Wir sind spät weggekommen, hatten aber einen wichtigen Termin in Füssen. Also liefen wir zum Bahnhof im Laufschritt, gar nicht schlecht für unser Alter! Der Zug war gerade eingefahren und wir sprangen ohne Fahrkarte auf. Ein kundenfreundlicher Schaffner hätte uns dafür beglückwünscht, dass wir so tüchtig waren, um die Dienste der Bahn in Anspruch zu nehmen.

Nein, der Schaffner sagte nur: Das wird jetzt aber teuer!

Image:Kundenfreundlichkeit der Bahn

Jetzt sollen wir für diese Zugfahrt, die normal € 3,60 für beide gekostet hätte € 86,40 bezahlen.

Wir werden diesen Betrag nicht bezahlen. Der entsprechende Schriftwechsel wird unten im Kommentarfeld veröffentlicht. Gerne kann auch die Bahn Stellung nehmen!

noch ein Projekt

Ulrich Schaaf  July 18 2014 21:04:22
Image:noch ein Projekt
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Unter unseren Freunden und Bekannten gibt es zwei Lager:
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1.        Die Einen fragen uns:
"Was tut Ihr Euch denn an?"
2.        Die Anderen meinen:
"Toll, dass Ihr Euch das noch traut!"
.
Ich glaube, dass beide Fraktionen irgendwie Recht haben:
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Wir sind jetzt Besitzer eines Allgäuer Bauernhauses:
  • ca. 150 Jahre alt
  • im Dornröschenschlaf
  • stark renovierungsbedürftig
  • mit viel Grund außen herum
.
Wir freuen und auf dieses Abenteuer!

Hier ist es auf Google-Maps:

Berkmühle 3, Seeg

Innovation: Oberes und unteres Stockwerk

Ulrich Schaaf  April 17 2014 20:23:01
Von Johann Nestroy gibt es ein Theaterstück "Zu ebener Erde und erster Stock" (Link Wikipedia). Darin wird eine verwickelte Geschichte zweier Mietparteien, eine reich (= oben) und eine arm (= unten) erzählt; zum Schluss bewirkt das Schicksal, dass die Parteien die Stockwerke tauschen.

Image:Innovation: Oberes und unteres Stockwerk
Szenenbild aus der Wiener Theaterzeitung (1835)

Dieses Bild trifft auf die Forschungslandschaft und die Innovation insgesamt zu, speziell aber auf die Energiewende!

Ich war früher im oberen Stockwerk tätig und habe viele Forschungsprojekte, gefördert von der EU oder vom Bund durchgeführt. Jetzt bin ich im unteren Stockwerk tätig, bei der Energiewende vor Ort. Je nach Standort pflegt man gern seine Vorurteile:

Oben:
  • Den Überblick haben die Koryphähen an den wissenschaftlichen Einrichtungen, den Forschungsbehörden und bei den großen Firmen.
  • Den kleinen und mittleren Unternehmen, den Handwerkern und ihren Kunden muss man helfen, damit die Innovation auch unten ankommt.
  • Dies muss man mit einem Beratungs- und Förderungsprogramm von staatlicher Seite her unterstützen.

Unten:
  • Die da oben haben alle keine Ahnung, was vor Ort wirklich gebraucht wird.
  • Alles nur bürokratische Belastung was die oben fordern, wenn etwas gefördert werden soll.
  • Am besten man verhält sich passiv zurückhaltend den staatlichen Steuerungsmaßnahmen gegenüber.

Und wie bei Nestroy: Die oben haben recht und die unten auch! Und Gute sowie Weniger-Gute gibt's oben und unten. Und nicht selten ziehen die von unten nach oben und umgekehrt!

Speziell auf die Energiewende bezogen:

Irrtümer oben:
  • Atomkraft:
    Die Stromkonzerne wollten sie gar nicht. Fühlten sich wohl in der Kohle. Da mussten massive Unterstützungen her, um die "friedliche Nutzung der Atomkraft" zu fördern.
  • Photovoltaik:
    Die Abnahmegarantien haben eine riesige Überproduktion verursacht. (Wie seinerzeit in der Landwirtschaft!) Der Stromabfall muss im europäischen Übertragungsnetz vernichtet werden.
  • Erneuerbare Energien Gesetz (EEG):
    Staatliche Planung soll es jetzt richten mit Ausbaukorridoren. Ein grausiges Arsenal von zentraler Planung!
  • Der Staat braucht ein Konzept für die Energiewende:
    Wer bitte soll denn die Marktentwicklung voraussehen? Der weise, verordnungsmächtige Staat mit seinen Bundesagenturen, Förderbanken und Kartellbehörden? Rahmenbedingungen setzen: JA! Technikvorgaben: NEIN!
  • Die Handwerker können es nicht, man braucht staatliche Beratung:
    Tatsächlich wird die Energiewende von den Handwerkern und den Firmen, die sie beliefern angetrieben, z.B. Heizkessel- oder Wärmepumpenbauer.

Irrtümer unten:
  • Wir tun nur was, wenn der Staat zahlt:
    Diese Fördermentalität der Kunden ist ein großer Hemmschuh für praktische Innovation, die vor Ort entsteht.
  • Wir brauchen keine Beratung:
    Man lehnt Neuerungen ab, weil sie aus der Bürokratie von oben kommen. Konsequente Fortbildung wird vermieden.
  • Denken in alten Mustern:
    Die klassischen Gewerke und Auftragsverhältnisse werden nicht in Frage gestellt. Dabei verlangen zunehmende Spezialisierung und wachsende technische Komplexität nach neuen Formen der Planung und Zusammenarbeit. Die größten Chancen der Energiewende entstehen durch Kooperation!
  • Fehler dürfen nicht vorkommen:
    Wenn jemand etwas Neues macht und es passiert ein Fehler, dann wird dieser möglichst vertuscht oder die ganze Idee kommt in Verruf. Eine offenere Haltung und der Mut, Fehler zu erörtern, wären ausschlaggebend für eine größere Innovationsgeschwindigkeit.
  • Eine bestimmte Technik wird die Probleme lösen:
    Jeder kennt seine Lieblingstechnik und nur die bringt die Problemlösung. Die technische Innovation läuft auf Hochtouren und niemand kann die Entwicklung in allen Einzelheiten voraussehen. Das Warten auf eine bessere Technik mag im Einzelfall sinnvoll sein; wenn Neuerungen anstehen soll man aber die heute beste Technik auswählen!
Mehr Durchlässigkeit und Austausch zwischen den Stockwerken würde Neuerungen auf die Sprünge helfen!